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bonalifestyle-Ausgabe 1 | 2019

BEWEGUNG HOTELLERIE mehr

BEWEGUNG HOTELLERIE mehr sprechen. Wie stark die Digitalisierung eines Hotels jedoch die Technologie eines Hotels dominiert, kommt sehr auf das Konzept und die Zielgruppe an. Unsere Philosophie ist es, dass Technologie das Kundenerlebnis fördert, unterstützt und die Abläufe in einem Hotel vereinfacht. Folglich soll die Digitalisierung die «Guest Experience» nicht dominieren, sondern die Grundbedürfnisse der Gäste rund um Schlafen, Hygiene, Sicherheit und Konnektivität unterstützen. Haben Sie ein Beispiel? Im «Stay KooooK» wird die Gästereise von der Buchung bis zum Check-out digital so weit unterstützt, dass es wirklich Sinn macht. Ein Online-Check-in/Check-out oder ein digitaler Zimmerschlüssel sollen die «Guest Experience» verbessern und Prozesse effektiver gestalten. Wir möchten aber dennoch kein vollautomatisiertes Hotel sein – im Gegenteil. Die neuen Technologien sollen vieles vereinfachen, damit möglichst viel Zeit bleibt für das, was wirklich zählt: die individuelle Gästebetreuung. Sie haben bei SV Hotel grosse Trends gesetzt: Noch in diesem Jahr wird in Lausanne das erste Lifestyle-Hotel der Marke Moxy in der Schweiz eröffnet. In welche (Markt-)Lücke stossen Sie hier vor? Stimmt, in der Schweiz gibt es aktuell noch kein Moxy. Mit dem Moxy Lausanne sind wir also die Ersten. Es ist ein Hotel mit Funfaktor sowohl für junge und junggebliebene Reisende als auch für die Mitarbeitenden. Wir verstehen «Moxy» nicht als Budget Hotel, sondern als eine Marke, bei der Lifestyle auf Boutique-Hotel trifft, zu erschwinglichen Preisen – reduced to the max: ein grosses, bequemes Bett, funktionales aber gemütliches Design, ein grosser Fernseher mit On-Demand-Angeboten, viele Steckdosen für die Gadgets, die aufgeladen werden müssen. Und natürlich schnelles, freies Beat Kuhn ist Managing Director von SV Hotel und hat die Hotellerie, die Innovationen und die Veränderungen seit über 25 Jahren hautnah miterlebt und mitgeprägt. W-LAN in allen Zimmern und öffentlichen Bereichen – alles was der digital Nomade heute braucht, nicht mehr und nicht weniger. Für genau diese Zielgruppe gibt es nur wenige Angebote in der Schweiz, die gleichzeitig effizient und schick sind und dies zu einem erschwinglichen Preis. Das Konzept «Budget trifft Boutique» ist eine Erfolgsgeschichte, die in den letzten 10 Jahren (beispielsweise mit Motel one) Furore machte. Und eine grosse Akzeptanz nicht nur bei jungen Gästen erlangt hat. Ist dieses Konzept vor allem für Businesskunden oder auch für Leisure-Gäste denkbar? Richtig – «Budget trifft Boutique» ist in aller Munde und erfreut sich eines grossen Zuspruchs. Leisure und Business verschmelzen zunehmend miteinander. Der Anteil fällt jedoch je nach Standort unterschiedlich aus. Unser Moxy in Stuttgart Airport/Messe zieht durch die Nähe zum Flughafen und zum Messegelände in erster Linie viele Business-Gäste an. Für das Moxy Frankfurt City Center, welches direkt in der Innenstadt an der Zeil liegt, haben wir einen recht ausgewogenen Gästemix. Während der Woche begrüssen wir vor allem Businesskunden und am Wochenende kommen viele Leisure-Gäste, die die Stadt erkunden. Das «Moxy» im trendigen Flon-Quartier in Lausanne wird mit Sicherheit auch einen hohen Anteil an Leisure-Gästen generieren. Das Konzept sieht ein gutes Preis-Leistungs- Verhältnis vor. Die Standorte in der Schweiz sind aber bekanntlich hochpreisig. Wie rechnet sich dieses Konzept? Unsere Moxy Hotels, wie im übrigen auch alle unsere Hotels, profitieren von einem zentralen Fachsupport aus unserem Head Office. So können sich die Teams vor Ort um die Bedürfnisse der Gäste kümmern. Die Organisation rund um die zentrale Bar oder auch das ausgeklügelte Grab&Go-Konzept ermöglichen eine effiziente Struktur. Wir können also das trendige Lifestyle-Konzept zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Planen Sie weitere Standorte für Moxy in der Schweiz? Aktuell haben wir zwei Moxys in der Schweiz im Bau. Wie schon erwähnt, werden wir mit dem Moxy Lausanne das erste in der Schweiz eröffnen. Ein weiteres folgt 2020 in Bern. Wir können uns aber durchaus vorstellen, noch weitere in der Schweiz zu betreiben und sehen Potenzial an zentralen Lagen in grösseren Städten der Schweiz. SV Hotel fokussiert seit vielen Jahren auf Langzeitaufenthalte. Ist das eine Übernachtungsform, die in den nächsten Jahren noch mehr an Bedeutung erlangen wird? 30 31 LIFESTYLE bona

Das «Moxy» im trendigen Flon-Quartier in Lausanne soll auch einen hohen Anteil an Leisure-Gästen generieren. BILDER HANDOUT Langzeitaufenthalte gibt es bereits seit Bestehen der Hotellerie. Allerdings gab es bisher nur wenige Konzepte, die sich an die Bedürfnisse eines Extended-Stay-Gastes angepasst haben. Wir haben das Potenzial im Extended-Stay-Markt früh identifiziert. Zusammen mit Marriott haben wir schon in 2011 mit unserem Residence Inn Munich City East das erste Hotel dieser Long-Stay- Marke nach Europa geholt. In Kombination mit einem Short-Stay-Konzept können wir so ein sehr breites Publikum ansprechen und die Synergien beider Konzepte nutzen – wir sind also mehr als überzeugt von dem Potenzial des Extended-Stay-Marktes. Aber es gibt erst wenige innovative Angebote für ein solches Zuhause auf Zeit zu einem attraktiven Preis im mittleren Lifestyle-Segment. Nach einer umfangreichen Recherche haben wir «Stay KooooK» entwickelt. Mit unserer Eigenmarke möchten wir unser Portfolio erweitern und den Bedürfnissen der Reisenden Folge leisten. Die ersten «Stay KooooKs» setzen wir an den zentralen, urbanen Standorten um. Was zeichnet Ihre Eigenmarke für Extended- Stay «Stay KooooK» gegenüber konventionellen Konzepten aus? Wir schaffen mit «Stay KooooK» die ideale Verbindung verschiedener Welten moderner Übernachtungskonzepte. So haben wir ein intelligentes Raumdesign entwickelt, welches auf rund 22 Quadratmetern eine optimale Flächenausnutzung ermöglicht. Ausserdem bietet das Stay KooooK Studio dem Bewohner alle Annehmlichkeiten für einen längeren Aufenthalt, die er auch auf grösserem Raum finden würde. Durch unser smartes, modulares Wohnelement lässt sich jedes Studio situativ den individuellen Bedürfnissen anpassen. Aber sie sind nicht nur flexibel, sondern die Bewohner können ihren Raum auch persönlich einrichten. Individualisierung ist dabei ein ganz wichtiger Punkt. Einen absoluten Mehrwert bietet auch unser Host, dieser ist Ratgeber, Zuhörer, Vermittler, vielleicht sogar so etwas wie ein Freund. Er soll ausserdem einen lokalen Bezug herstellen und dem Bewohner Insidertipps aus erster Hand geben. Wird künftig in der Stadthotellerie das üppige Luxussegment eher aussterben? Das Luxussegment mit klassischem Verständnis von Luxus hat sicherlich weiterhin seine Kundschaft. Aber auch hier verändern sich die Bedürfnisse. Denn das neue Verständnis von Luxus – Zeit, Flexibilität und Unabhängigkeit – ist heute wichtiger als der Bellboy, der das Gepäck auf das Zimmer trägt. Facts Beat Kuhn hat das Hotelgeschäft von Grund auf gelernt und blickt auf mehr als 25 Jahre Erfahrung zurück. Er ist Absolvent der Hotelfachschule Belvoirpark Zürich und hat einen Executive Master of Business Administration und den Real Estate Asset Manager der IRE|BS Immobilienakademie. Nach seiner Laufbahn in diversen Schweizer 4-, 4-Sterne-Superiorund 5-Sterne-Häusern stiess Beat Kuhn 2004 zur SV Group. Zusammen mit seinem Team treibt er seither die Entwicklung von SV Hotel voran. SV Hotel ist eine Tochtergesellschaft der SV Group. Im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit Marriott International setzt SV Hotel frische Akzente zum Wohl der Gäste. Das Portfolio umfasst Hotels aus den Segmenten Modern Essentials (Courtyard by Marriott), Extended Stay (Residence Inn by Marriott) und Business Lifestyle (Renaissance). www sv-hotel.ch