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bonalifestyle-Ausgabe 1 | 2019

BEWEGUNG FRAUEN HANDOUT

BEWEGUNG FRAUEN HANDOUT Von jeher steht die Schweiz an der Weltspitze, wenn es um Alpinismus geht. Doch Bergführerinnen sind auch heute noch rar. Wie es Suzanne Hüsser am Berg ergeht und wie sie von ihren Gästen als Frau wahrgenommen wird, erzählt die renommierte Bergführerin und Expeditionsleiterin sehr anschaulich. Eine lange Berggeschichte, in der die Frau immer auch eine Hauptrolle spielte. Angefangen hat alles mit dem Gipfel eines magischen Berges: mit dem Matterhorn. Am 14. Juli 1865 bestieg der Brite Edward Whymper als erster Mann und Mensch das Matterhorn. Und obwohl der ikonische Berg nur sechs Jahre später bereits von einer Frau bezwungen wurde, sind die Felswände Männerdomäne geblieben. Noch heute kämpfen Bergsteigerinnen und -führerinnen nicht nur mit Naturgewalten am Berg, sondern auch mit Gender-Vorurteilen. Als Lucy Walker 1871 als erste Frau das Matterhorn bestieg, war zwar ein denkwürdiger Meilenstein in der Alpingeschichte gesetzt, doch die Geschichte der Frauen am Berg sollte eine lange werden. Erst 1980 trug dieses Glanzstück des Frauenalpinismus Früchte: Endlich konnten Frauen dem Schweizer Alpen-Club SAC beitreten. In der Minderheit Heute, viele Jahre später, sind Gipfelstürmerinnen und diplomierte Bergführerinnen immer noch in der Minderheit. Eine davon ist Suzanne Hüsser. Klettern, Berge, Natur und die schöne Kameradschaft haben sie bereits als Kind und Jugendliche fasziniert. Mehr noch: zu einem besseren Menschen gemacht. Offen erzählt Suzanne Hüsser, wie hoch ihr Bewegungsdrang war, wie sie und ihr Umfeld unter ihrer Unruhe litten. Irgendwann und irgendwie fing das junge Mädchen an zu klettern, konnte sich austoben, lernte junge Berg-Kollegen kennen, wurde als Sportlerin und Mensch akzeptiertet und gefördert. Die junge Suzanne Hüsser hatte eine Leidenschaft entdeckt, die sie nie mehr loslassen sollte. Als sich der Schweizer Alpenclub SAC vor 150 Jahren formierte, hielt er in seinen Statuten fest, «Schweizer» und «Bewohner 18 19 LIFESTYLE bona

Die leidenschaftliche Bergführerin und Expeditionsleiterin Suzanne Hüsser (oben links) hat ihr Herz an Zermatt verloren. Auch heute noch sind Gipfelstürmerinnen in der Minderheit. TIM X. FISCHER